Hannes Wader


Der 1942 geborene baumgroße norddeutsche Liedermacher muss in einem Atemzug mit Wolf Biermann oder Franz Josef Degenhart genannt werden. Waders Texte vereinen politische Durchschlagskraft und Poesie.

In den 60er und 70er Jahren ist Hannes Wader eine Galionsfigur der Protestbewegung, bis er 1972 verhaftet wird: In der Hamburger Wohnung des Sängers hatte sich ohne sein Wissen die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin eingemietet. In Handschellen wird Wader abgeführt, nach einem jahrelangen Rechtsstreit wird das Verfahren gegen ihn eingestellt. Wader leidet erheblich unter einem unausgesprochenen Auftrittsverbot, einem Medienboykott und einem Einreiseverbot nach Österreich, auch wenn sein Publikum zu ihm steht und die Platte „7 Lieder“ ein durchschlagender Erfolg wird. Seine Mitgliedschaft in der DKP drängt ihn im Jahr 1977 zusätzlich ins Abseits.

Ganze fünfundzwanzig Jahre zieht sich Hannes Wader nach Nordfriesland zurück, wo er mit seiner Familie in einer Windmühle lebt, die zugleich einen Treffpunkt für politische Liedermacher, Musikstudenten und Freunde bietet. Heute lebt Hannes Wader in Kassel. Dass er mit Konstantin Wecker auf Tour geht ist eigentlich ein kleines Wunder, denn dem barocken Bayern konnte Wader lange Zeit wenig abgewinnen. Nicht nur in seinen Liedern spricht er offen über sein Leben, über die zahlreichen Niederlagen die er erlebt hat und über seine Irrtümer.

Konstantin Wecker


Aufgewachsen ist der 1947 geborene Konstantin Wecker im Münchner Lehel und seiner Heimatstadt ist er auch treu geblieben; kleinere Fluchversuche in die Toskana oder nach Wien hat er sehr bald wieder abgebrochen.

Nachdem Wecker in den 70er Jahren dies und das einmal anstudiert hat, nachdem er in Softpornoproduktionen Taschengeld verdient und nachdem er sich auf den Kleinkunstbühnen Münchens einen ersten Namen als Liedermacher gemacht hat, kam 1977 sein großer Durchbruch: die LP „Genug ist nicht Genug“, auf der auch das legendäre „Willy“ zu hören ist, schlägt ein. Lieder wie „Hexeneinmaleins“ oder „Frieden im Land“ zeigen Weckers Kompositionsgeschick und seine Wortgewalt.

Anfang der 80er hat Wecker zum ersten Mal mit seiner Drogensucht zu kämpfen, die ihn schließlich 1996 kurzzeitig ins Gefängnis und in die Gazetten bringt. Beim Kampf gegen die Sucht bleibt seine Familie wie seine Musik eine Konstante in Weckers leben. Heute lebt der kraftstrotzende Bayer wieder in München, geht auf Tournee, dreht, komponiert und mischt sich in politische Tagesgeschehen ein: Noch immer kämpft Wecker für eine bessere, eine friedliche Welt der Liebe. “Es geht ums Tun und nicht ums siegen“, würde er dazu sagen. Von Hannes Wader war Wecker schon immer ein Fan und hat sich von dessen früherer Reserviertheit niemals irritieren lassen.


Eine Schattengewächs Filmproduktion gefördert vom FFF Bayern und der MFG Baden-Württemberg - in Ko-Produktion mit SWR, WDR, BR
Redaktion: Simone Reuter (SWR), Jutta Krug (WDR), Christel Hinrichsen (BR)
Produzenten: Florian Rothenberger, Isabella von Klass
Kamera: Michael Hammon, 2. Kamera: Yannick Bonica - Schnitt: Carmen Kirchweger - Ton: David Finn - Tonmischung: Maik Siegle
Dramaturgische Beratung: Felix Kuballa - Buch und Recherche: Matthias Leitner - Buch und Regie: Rudi Gaul